Samstag 11. Juni 2005, Sport Schaffhauser Nachrichten
Das Radsportfieber steigt
Dass die Tour de Suisse in Schaffhausen zu Gast ist, war am Freitag zu spüren.
Rad - Die Hauptarbeiten für die Startvorbereitungen von heute wurden im Bereich der vorderen Breite vorgenommen. Dort spielte sich fast alles rund um das Zeughausareal ab, wo am Freitagnachmittag innert weniger Stunden das Village entstand. Als Gastgeber Martin Vögeli, der Chef des kantonalen Amtes für Militär und Zivilschutz, gegen 16 Uhr den mit dem Aufbau Beschäftigten Chäschüechli und einen guten Schluck ankündigte, brandete ihm Applaus entgegen. Der grösste Teil der Aufbaubeit war da nämlich bereits erledigt. Und ein bisschen Gemütlichkeit hatten sich alle verdient. Auch in der Permanence und im Pressezentrum in der Sporthalle Breite trafen bis zum Abend immer mehr Leute ein, die sich noch akkreditieren und mit letzten Informationen eindecken wollten. Nach 20 Uhr wurde es dann ruhig an der Breitenaustrasse, da waren nur noch Heiny Sulser und sein Organisationskomitee mit letzten Aufbauten fürs Breitekriterium beschäftigt.
Cancellara und Co. in Ramsen
Derweil trudelten so langsam auch die Hauptakteure der Tour de Suisse in der Region ein - die Radprofis. Wir besuchten am Freitagnachmittag das
Velohotel Hirschen in Ramsen, wo Gastgeber und Velosportler Wolfgang Neidhart nach einer kurzen Ausfahrt in die Höri das Fassa-Bortolo-Team mit der grössten Schweizer Hoffnung Fabian Cancellara (24) willkommen hiess. Cancellaras Ziel für die Tour de Suisse 2005 ist klar: Das Einzelzeitfahren von morgen Sonntag in Weinfelden. Ausserdem fährt er die TdS mit einem Hintergedanken, nämlich sich auf den Prolog an der Tour de France vorzubereiten, den er im vergangenen Jahr gewinnen konnte. Am Abend erschien dann die definitive TdS-Startliste, die wie immer zahlreiche Änderungen enthielt. «Gilberto Simoni fährt nicht, dafür ist der Australier Cadel Evans dabei», kommentierte Sportdirektor Armin Meier, der sich mit der lokalen Organisation sehr zufrieden zeigte, die Mutationen. Möglicherweise werde Simoni, der zweifache TdS-Zweite, an Stelle des erkrankten Cunego die Tour de France bestreiten. «Sonst sind alle da», freute sich Meier, «Ullrich, Weltmeister Freire, Bettini, Boonen, Mayo und Beloki. Wir hatten wohl noch nie ein so starkes Feld zusammen. Da zahlt sich die ProTour halt schon aus.»